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Inhaltsverzeichnis

  • Was sind nussige Aromen?
  • Die Rolle der Samenkerne
  • Wie entstehen Marzipan- und Öltöne?
  • Wann werden ölige Noten zum Fehler?
  • Klassische Nussaromen in Spirituosen
  • Calvados und die doppelte Nutzung des Apfeltresters
  • Fazit

Nussig erklärt: Nusstöne, Marzipan & ölige Aromen in Spirituosen

Nussige Aromen gehören zu den spannendsten und zugleich am häufigsten missverstandenen Eindrücken bei der Verkostung von Spirituosen. Viele gehen davon aus, dass diese Noten von Nüssen stammen – tatsächlich entstehen sie jedoch meist aus den Samenkernen verschiedener Früchte und den chemischen Prozessen während Vergärung und Destillation.

In dieser Folge der World-Spirits Fibel erklärt Wolfram Ortner, wie Weintrauben, Äpfel oder Beeren nussige, ölige oder marzipanartige Aromen entwickeln können, warum diese gewünscht oder auch ein Fehler sein können und welche Rolle Temperatur und Brenntechnik dabei spielen.

Die Rolle der Samenkerne

Der Schlüssel liegt in den Samenkernen.

Früchte wie Weintrauben, Äpfel, Himbeeren oder Erdbeeren enthalten Kerne mit natürlichen Ölen und Aromavorstufen.

Werden diese während Maischung oder Gärung zu stark beansprucht oder ungünstig verarbeitet, gelangen entsprechende Inhaltsstoffe in das spätere Destillat und prägen dessen Aromatik.

Wie entstehen Marzipan- und Öltöne?

Ein besonders interessantes Aroma ist Marzipan.

Nach Wolfram Ortner entsteht dieser Eindruck durch das Zusammenspiel von Mandel- und Rosenölnoten.

Je nach Rohstoff und Brennführung können daraus elegante, harmonische Nuancen entstehen, die bei hochwertigen Edelbränden durchaus erwünscht sind.

Auch leichte ölige Eindrücke können sensorisch interessant sein, solange sie sauber und ausgewogen bleiben.

Wann werden ölige Noten zum Fehler?

Nicht jede ölige Aromatik ist positiv.

Werden Samenkerne während der Verarbeitung zu stark belastet oder entstehen ungünstige Bedingungen bei Vergärung und Destillation, können die enthaltenen Öle oxidieren oder „brechen“.

Die Folge sind ranzige Noten – ein klassischer Brennfehler, der die Qualität eines Destillats deutlich beeinträchtigt.

Eine präzise Temperaturführung und sorgfältige Verarbeitung sind daher entscheidend.

Klassische Nussaromen in Spirituosen

Zur klassischen Familie der Nussaromen zählen insbesondere:

  • Haselnuss
  • Walnuss
  • Kastanie

Diese bilden gewissermaßen den „Hut“ der nussigen Aromatik und dienen bei professionellen Verkostungen als wichtige sensorische Orientierung.

Calvados und die doppelte Nutzung des Apfeltresters

Ein interessantes Beispiel liefert die Normandie.

Große Calvados-Produzenten verwerten den Apfeltrester mehrfach. Neben der Destillation werden wertvolle Bestandteile wie Lecithin aus den Apfelgehäusen für industrielle Anwendungen gewonnen.

Diese vollständige Rohstoffnutzung zeigt eindrucksvoll, wie moderne Brennereien Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.

Fazit

Nussige Aromen entstehen weit häufiger aus Samenkernen und ihrer Verarbeitung als aus Nüssen selbst.

Wer Spirituosen professionell verkostet, erkennt schnell den Unterschied zwischen eleganten Nusstönen, feinen Marzipannoten und unerwünschten ranzigen Aromen.

Gerade dieses Wissen macht sensorische Beurteilungen präziser und hilft dabei, hochwertige Destillate von fehlerhaften Produkten zu unterscheiden.

IWS.tv – Inside World-Spirits mit Wolfram Ortner

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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was sind nussige Aromen?

Nussige Noten gehören zu den typischen sensorischen Beschreibungen hochwertiger Destillate. Sie reichen von feinen Haselnuss- und Walnussaromen bis hin zu Kastanie oder dezenten Mandelnoten.

Dabei stammen diese Aromen häufig nicht von echten Nüssen, sondern entwickeln sich aus natürlichen Inhaltsstoffen der Früchte während Vergärung und Destillation.

Sesorisches Wissen Kompakt - IWS.TV Fibel

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